Wer tangelt hier?

Tachchen, meine Name ist Sabrina Stein, geboren in Berlin-Neukölln und ich bin die Tangle-Tante.

Ich werde oft gefragt, wie ich zum Tangeln gekommen bin. Es war eine Zeitschrift, in der ein Stepout abgebildet war, also der schrittweise Aufbau eines Zentangle-Musters. Sah toll aus und war so einfach! Und dann stand da noch was Interessantes: "Du kannst beim Zentangle keine Fehler machen". Ach echt?

Der Perfektionismus treibt mich gerne vor sich her, das war schon immer so. Das führt manchmal dazu, dass ich Dinge gar nicht erst beginne, wenn ich befürchte, dass sie mir nicht perfekt gelingen. In manchen Bereichen des Lebens kann das hilfreich sein, wie zum Beispiel bei der Reparatur eines Elektroherdes oder der Zubereitung eines 12-Gänge-Menüs (hier dankt es mir die Familie, dass ich davon Abstand nehme). Aber es kann eben auch hinderlich sein.

Ich hing sofort am Zentangle-Haken und stundenlang mit der Nase über meinen Zeichnungen. Ich wollte mehr darüber erfahren und fuhr zu einem Zentangle-Kurs nach Hamburg, denn in Berlin wurden noch keine Kurse angeboten. Da verbrachte ich ein ganzes Wochenende mit Gleichgesinnten und hatte eine tolle Zeit. Mit anderen zusammen kreativ zu sein, neue Muster und vor allem das schöne Originalmaterial kennenzulernen hat mir gut getan. Und Anya Lothrop, die den Kurs leitete, hat uns immer wieder ermutigt, immer nur an die nächste Linie zu denken, nicht an das fertige Werk und sorgsam zu zeichnen. 

Also ab in den Flieger nach Providence, Rhode Island, USA und zur Zentangle-Lehrerin ("CZT => certified Zentangle-teacher") ausgebildet. Ich schreib das jetzt so cool, aber in Wirklichkeit ging mir ganz schön die Muffe. Rick und Maria, die Gründer und Seelen von Zentangle, haben dort mehr als 100 Personen aus aller Herren Länder ausgebildet. Mit vielen von Ihnen konnte ich mich wegen der unterschiedlichen Sprachen nicht mal unterhalten. Und doch habe ich selten so eine fürsorgliche, wohlwollende und freundliche Atmosphäre erlebt wie dort. Und das ist so wundervoll an dieser Zentangle-Welt: Wertschätzung und Offenheit, alles darf. Neben vielen Mustern und Tipps und tollen Erinnerungen hatte ich die Seele von Zentangle im Gepäck und durfte sie nach Berlin bringen.

Strukturiert und organisiert wie ich nun mal bin, habe ich gleich einen Monat nach meiner Rückkehr aus den USA meinen ersten Kurs gegeben, das war im April 2015, also vor 5 Jahren. Und das mache ich immer noch, mit wachsender Begeisterung. Zu Beginn wusste ich nicht, wie lange ich Zentangle unterrichten würde, denn irgendwann werden ja mal alle alles wissen? Denkste. Es gibt ständig neue Ideen und Techniken und neues Material. Ständig kommen Trends auf, wie zum Beispiel die ZenGems oder auch das Tangeln auf alten Buchseiten. Und dann ist da noch mein Kopf, aus dem furchterregend viele Ideen sprudeln, in unfassbaren Mengen und gerne auch in den unpassendsten Momenten.

Ich bin eine von denen, die sich irgendwie durch den Kunstunterricht gemogelt haben und bin heute noch traumatisiert durch den Versuch, einen Hasen zu malen. Auch nach dem x-ten Versuch war mein Lehrer nicht zufrieden. Das trage ich Ihnen immer noch nach, Herr Schäfer, falls sie das jetzt lesen! Er hatte recht, das gegenständliche Malen liegt mir nicht, es macht mir auch keinen Spaß. Wenn etwas aussehen muss wie...(Hase, Brücke, Gesicht meines Klassenkameraden), dann schlägt mein Perfektionismus wieder zu. Aber ich bin kreativ, jeden Tag ein wenig mehr. Ich habe ein Werkzeug, meine Kreativität zu entfalten. Ich kann wunderschöne Muster zeichnen, ich kann die Muster variieren und verändern, in kann sie in unterschiedlichen Formen anordnen, Farbe hinzufügen und die Muster ineinander übergehen lassen. Ich schaffe Kunst, ganz viel, ganz tolle. Und ich kann Stunde um Stunde in meiner Malbutze sitzen und Zeit und Welt vergessen.

Vielen meiner Kursteilnehmer ist das "es gibt keine Fehler" genau so hilfreich und wichtig wie mir. Sie beginnen erwartungsvoll mit dem Tangeln und schwupps, tanzt eine Linie aus der Reihe. Passiert jedem, ist normal. Und dann versuchen sie, sich nicht zu ärgern (weil das ja so in den Büchern steht und die Sabrina hat ja auch gesagt, dass es keine Fehler gibt!) und ärgern sich dann, dass sie sich ärgern. Aber so ist das nicht gemeint. Auch mir verrutschen die Linien regelmäßig (übrigens auch jedem anderen, auch denen, die immer die allerperfektesten Werke im Internet posten) und für diesen Fall besitze ich eine stetig wachsende Auswahl der schönsten Kraftausdrücke, die ich dann gerne verwende. Laut. Und dann ist es wieder gut, ich setze mein Werk fort, ich gebe nicht auf sondern mache einfach weiter, kein Drama. Und oft sind gerade die Werke mit den tanzenden Linien die, die am Besondersten sind und die ich am meisten mag. Ich kann die Dinge halt nicht rückgängig machen und finde es sehr entspannend, sie einfach zu akzeptieren. Klappt übrigens auch im Leben ganz gut!

Zentangle-Kurse

Einsteigerkurse

Alles ist möglich - ein Strich nach dem anderen. Probier es aus und lerne Zentangle und die Seele dieser Methode von Grund auf kennen. Du erstellt deine ersten Werke und erhältst eine hochwertige Grundausstattung, mit der du zu Hause gleich weitermachen kannst.

Weitermacher-Kurse

Eine bunte Tüte voller Dinge, die wir gemeinsam ausprobieren, immer Schritt für Schritt erklärt und im Hause Stein getestet und für sensationell gut befunden. Das sind die Projekt- und Versuchslabor-Kurse, zu denen du nur die Grundausstattung aus dem Einsteigerkurs benötigst.